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Stabile Seitenlage

stab. SL
4 Minuten Lesezeit

Die stabile Seitenlage ist eine grundlegende Maßnahme in der Notfallversorgung und dient dazu, die oberen Atemwege bei bewusstlosen Patient:innen freizuhalten

Der folgende Artikel beleuchtet nicht nur die Technik, sondern auch die zugrunde liegenden Prinzipien.

 Info

In den meisten Fällen erfolgt die Überwachung der Atmung durch Notfallsanitäter:innen in Rückenlage.

Die stabile Seitenlage kommt primär bei Patient:innen zum Einsatz, die:

  • Bewusstlos oder nicht adäquat ansprechbar sind (GCS ≤ 8 als grobe Orientierung)
  • Eine suffiziente Spontanatmung aufweisen
  • Keine unmittelbare Atemwegssicherung mittels invasiver Maßnahmen benötigen

Ziel ist die Vermeidung einer Atemwegsverlegung durch:

  • Zurückfallen der Zunge
  • Aspiration von Mageninhalt, Blut oder Sekreten
 Achtung

Insbesondere das „stille Erbrechen“ ist eine immense Gefahr bei bewusstlosen Patient:innen in der Rückenlage. Dabei läuft Mageninhalt durch die Speiseröhre Richtung Mund und kann von dort in die Luftröhre fließen. Es kann nicht nur zu Atemwegsverlegungen, sondern auch sekundär zu Pneumonien kommen. 

 Tipp
Sie stellt somit eine temporäre Maßnahme dar, bis weiterführende Maßnahmen (z.B. Atemwegssicherung) möglich oder erforderlich sind.
 Merke
Reminder: Physiologische Grundlagen

In Rückenlage besteht bei bewusstlosen Patient:innen die Gefahr, dass der Muskeltonus der oberen Atemwege abnimmt. Die Zunge kann nach dorsal sinken und den Pharynx teilweise oder vollständig verlegen.

Die Seitenlagerung bewirkt:

  • Eine passive Drainage von Flüssigkeiten aus Mund und Rachen
  • Eine Verbesserung der Atemwegsfreiheit durch veränderte Schwerkraftverhältnisse
  • Eine Reduktion des Aspirationsrisikos

Ziel ist es, dass Mageninhalt aus dem Mund herauslaufen kann, wenn die Lippen den tiefsten Punkt der Mundhöhle markieren. 

  • Keine normale Atmung oder Kreislaufstillstand
  • Verletzungen, die durch Umlagerung verschlimmert werden können (z.B. Wirbelsäulenverletzungen)
  • Gefahr der Verzögerung wichtiger Maßnahmen (z.B. Atemwegssicherung oder Reanimation)
  • Anatomische Einschränkungen, die eine sichere Lagerung erschweren oder unmöglich machen (z.B. Fehlstellungen)
 Merke
Alternative Maßnahmen:
  • Kontinuierliche Absaugbereitschaft sowie engmaschige Überwachung der Atemwege in Rückenlage 
  • Esmarch-Handgriff
  • Atemwegssicherung
  • Ggf. Reanimationsmaßnahmen

Patient:innen, die bewusstlos sind, aber spontan atmen, sollten in die stabile Seitenlage gebracht werden. Durch das Überstrecken des Kopfes sollen die Atemwege offengehalten und eine Aspiration (z.B. durch Erbrochenes) vermieden werden.

Stabile Seitenlage
  1. Bewusstlose:n Patient:in flach auf den Rücken legen
  2. Helfer:in kniet auf der linken Seite des betroffenen Menschen
  3. Linken Arm der Person greifen und 90° nach oben angewinkelt ablegen
  4. Rechte Hand auf der linken Schulter platzieren
  5. Rechtes Bein anstellen und als Hebel nutzen, um den/die Patient:in auf die linke Seite zu drehen
  6. Kopf vorsichtig überstrecken und mit rechter Hand der Person fixieren
  7. Regelmäßige Kontrolle von Atmung und Kreislauf
 Tipp

Bei der Drehung der betroffenen Person auf die Seite kann es, je nach Körpergewicht, schwer sein, den Menschen zu bewegen. Um möglichst wenig Kraft aufzuwenden, greife das angewinkelte Knie am Gelenk und erziele so die größte Hebelwirkung. Je näher du die Drehung am Körperstamm vollführst, desto mehr Kraft musst du aufwenden. 

  • Übersehene Zustandsverschlechterung: z.B. stilles Erbrechen oder Veränderung der Atmung
  • Beeinträchtigung der Atmung: beispielweise durch unzureichende Reklination des Kopfes → Zungenverlegung 
  • Druckstellen & Nervenschäden: bei längerer Lagerung möglich
 Achtung

Der Zustand der Patient:innen muss reevaluiert werden. Insbesondere eine regelmäßige Überprüfung der Atmung ist wichtig. 

Zuletzt aktualisiert am 17.04.2026
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