
Sufentanil ist ein hochpotentes synthetisches Opioidanalgetikum und wird im Rettungsdienst zur Behandlung von starken bis stärksten Schmerzen sowie im Rahmen der Narkoseeinleitung und -führung eingesetzt.
Die Wirkung beruht auf einem starken Agonismus an Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem, wodurch es zu einer zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung kommt. Sufentanil besitzt eine etwa 1000-fach höhere analgetische Potenz als Morphin. Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung innerhalb von etwa 2 Minuten ein und hält in der Regel etwa 30 Minuten an, wobei im Vergleich zu Fentanyl eine geringere Akkumulationsgefahr durch eine kürzere kontextsensitive Halbwertszeit besteht.
Die Applikation erfolgt langsam i.v., um Nebenwirkungen zu reduzieren. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Sedierung, Atemdepression, Miosis, Hypotonie, Übelkeit und Obstipation. Bei schneller intravenöser Gabe kann Husten auftreten. Zudem besteht ein Risiko für ein serotonerges Syndrom bei Kombination mit serotonergen Substanzen.
Sufentanil ist ein Betäubungsmittel und muss entsprechend dokumentiert werden. Bei einer klinisch relevanten Atemdepression kann das Opioidantidot Naloxon eingesetzt werden, wobei aufgrund der kürzeren Halbwertszeit von Naloxon ein Wiederauftreten der Opioidwirkung möglich ist.
- ratiopharm GmbH: Fachinformation Sufentanil-ratiopharm® 0,05 mg/1 ml, 0,25 mg/5 ml, 1 mg/20 ml Injektionslösung, Stand: November 2023
- S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie), Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
