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Sufentanil

13 Minuten Lesezeit
Sufentanil Ampulle

Sufentanil ist ein hochpotentes synthetisches Opioidanalgetikum und wird im Rettungsdienst zur Behandlung von starken bis stärksten Schmerzen sowie im Rahmen der Narkoseeinleitung und -führung eingesetzt. 

Die Wirkung beruht auf einem starken Agonismus an Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem, wodurch es zu einer zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung kommt. Sufentanil besitzt eine etwa 1000-fach höhere analgetische Potenz als Morphin. Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung innerhalb von etwa 2 Minuten ein und hält in der Regel etwa 30 Minuten an, wobei im Vergleich zu Fentanyl eine geringere Akkumulationsgefahr durch eine kürzere kontextsensitive Halbwertszeit besteht. 

Die Applikation erfolgt langsam i.v., um Nebenwirkungen zu reduzieren. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Sedierung, Atemdepression, Miosis, Hypotonie, Übelkeit und Obstipation. Bei schneller intravenöser Gabe kann Husten auftreten. Zudem besteht ein Risiko für ein serotonerges Syndrom bei Kombination mit serotonergen Substanzen. 

Sufentanil ist ein Betäubungsmittel und muss entsprechend dokumentiert werden. Bei einer klinisch relevanten Atemdepression kann das Opioidantidot Naloxon eingesetzt werden, wobei aufgrund der kürzeren Halbwertszeit von Naloxon ein Wiederauftreten der Opioidwirkung möglich ist.

Lernkarte Sufentanil
  • Wirkstoffklasse: Opioid Analgetika
  • Handelsnamen: z.B. Sufenta®, Sufentanil-hameln®, Sufentanil B. Braun®, Sufentanil HEXAL®
SUFentanil
Etikett: Sufentanil
  • Starke bis stärkste Schmerzen
  • Narkose
  • Überempfindlichkeit
  • Krankheitszustände, bei denen eine Atemdepression vermieden werden muss
  • Erwachsene:
    • Analgesie: 5–10 μg i.v.
    • Narkoseeinleitung: 0,2–0,5 μg/kgKG i.v. 
    • Aufrechterhaltung: 0,1–0,2 μg/kgKG i.v. (Bolusgabe) oder 
      0,3–1,5 μg/kgKG/Std i.v. (kontinuierliche Gabe)
  • Kinder: initial 0,3–2 µg/kgKG i.v. (bei Bedarf Wiederholung mit
    0,1–1 µg/kgKG i.v.)
  • Langsame i.v.-Gabe zur Verringerung von Nebenwirkungen
  • Sufentanil gilt als Betäubungsmittel: die Anwendung muss eindeutig dokumentiert werden (BtM-Buch)
  • Bei Atemdepression: 
    • Kommandoatmung (Atemkommandos geben)
    • Sauerstoffgabe
    • Assistierte Beatmung
  • Antidot: Naloxon (Cave: Rebound durch kürzere HWZ, siehe Naloxon)
  • Wirkeintritt: ca. 2 min
  • Wirkdauer: ca. 30 min (geringere Akkumulationsgefahr im Vergleich zu Fentanyl, geringere kontextsensitive Halbwertszeit)
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch über CYP3A4
  • Ausscheidung: hauptsächlich renal als Metaboliten über die Niere 
  • Sufentanil wirkt über einen starken Agonismus an den Opioidrezeptoren 
  • Dies führt zur zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und –verarbeitung
  • Die analgetische Potenz von Sufentanil ist etwa 1000-mal höher als die von Morphin
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Sedativa/Hypnotika (z. B. Midazolam, Propofol)Verstärkte Sedierung und Atemdepression (gewünschter Effekt im Rahmen einer Allgemeinanästhesie)
    • Weitere ZNS-dämpfende Substanzen (z. B. Alkohol)Verstärkte zentralnervöse Dämpfung und Atemdepression
    • Weitere Analgetika (z. B. Paracetamol, Ibuprofen)Zusätzliche analgetische Wirkung
    • CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Clarithromycin, Ketoconazol)Erhöhte Fentanyl-Plasmaspiegel und verstärkte Opioidwirkung
  • Klinisch relevante Arzneimittelinteraktionen:
    • MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin, Rasagilin) → Risiko für schwere ZNS- und Kreislaufreaktionen, Kombination kontraindiziert
    • Opioidantagonisten (z. B. Naloxon)Aufhebung der opioidvermittelten Analgesie und Antagonisierung der Atemdepression
    • Partielle Opioidagonisten bzw. κ-Agonisten (z. B. Nalbuphin) → Mögliche Abschwächung der Morphinwirkung durch kompetitive Wirkung an Opioidrezeptoren
    • Anticholinergika (z. B. Atropin)Verstärkte gastrointestinale Motilitätshemmung mit Risiko für Obstipation oder Ileus
    • CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin)Verminderte Fentanyl-Plasmaspiegel und abgeschwächte analgetische Wirkung
  • Sedierung (Vigilanzminderung)
  • Atemdepression (Bradypnoe bis Apnoe)
  • Miosis
  • Mediatorfreisetzung → Histamin
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hypotonie
  • Obstipation
  • Anstieg des Hirndrucks
  • Husten (bei schneller i.v.-Gabe)
  • Risiko eines serotonergen Syndroms
 Tipp

Symptome einer Intoxikation mit Opiaten oder Opioiden

  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Opioide
  • Intoxikationen mit Opiaten und Opioiden
Zuletzt aktualisiert am 11.03.2026
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