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Tuberkulostatika

2 Minuten Lesezeit

Tuberkulostatika sind eine Gruppe von Medikamenten, die zur Behandlung der Tuberkulose eingesetzt werden. Zu den wichtigsten Wirkstoffen gehören Isoniazid, Rifampicin, Ethambutol und Pyrazinamid. Jedes dieser Medikamente greift an einem anderen Punkt in die Stoffwechselprozessen von Mycobacterium tuberculosis, dem Erreger der Tuberkulose, ein. Es werden immer mehrere Tuberkulostatika gleichzeitig eingesetzt, um die Wirksamkeit der Therapie zu erhöhen und die Entstehung von Resistenzen zu vermeiden. Die Behandlungsdauer der Tuberkulose beträgt in der Regel 6 Monate. Die zahlreichen Nebenwirkungen der Tuberkulostatika erfordern eine regelmäßige Überwachung von Blutbild, Nierenretentionsparametern, Leberwerten und Harnsäure.

WirkstoffWirkmechanismusAnwendungWichtige Nebenwirkungen
Tuberkulostatika
Rifampicin
Bakterizid
Hemmung der RNA-Polymerase, dadurch Störung der Proteinbiosynthese
  • 6 Monate
  • Hepatotoxizität
  • Blutbildungsstörungen
  • Interaktionen mit anderen Medikamenten
    Starker Induktor von CYP-Enzymen
  • Rote Verfärbung von Körperflüssigkeiten (z.B. Urin)
Isoniazid
Bakterizid
Hemmung der Mykolsäure-Synthese in der Zellwand von Mykobakterien
  • 6 Monate
  • Hepatotoxizität
  • Periphere Neuropathie
    → Gabe von Vitamin B6 reduziert Nebenwirkungen
Pyrazinamid
Bakterizid
Hemmung der Mykolsäure-Synthese in der Zellwand von Mykobakterien
  • 2 Monate
  • Myopathie
  • Arthralgie
  • Gichtanfälle
  • Hepatotoxizität
Ethambutol
Bakteriostatisch
Gestörte Synthese der Zellwand durch Beeinflussung des Arabinogalactan-Stoffwechsels
  • 2 Monate
  • Optikusneuritis
  • Hyperurikämie
  • Periphere Neuropathie
 Merke

Merkhilfe: RIPE → Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid, Ethambutol

 Achtung

Es wird empfohlen, vor Beginn der Ethambutol-Therapie eine ophthalmologische Untersuchung durchzuführen, da es ein Risiko für eine Optikusneuritis gibt. Diese kann sich initial durch gestörtes Farbensehen und Gesichtsfeldausfälle bemerkbar machen!

Tuberkulostatika der 2. Wahl:

  • Fluorchinolone
  • Streptomycin (eines der ersten Tuberkulostatika; heute nur noch 2. Wahl aufgrund eines ungünstigen Nebenwirkungsprofils und zunehmender Resistenzen)
  • Amikacin
  • Aminoglykoside
  • Freissmuth et al.: Pharmakologie und Toxikologie. Springer 2012, ISBN: 978-3-642-12353-5.
  • Karow, Lang-Roth: Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012
  • Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5
  • Wehling: Klinische Pharmakologie. 2. Auflage Thieme 2011, ISBN: 978-3-131-60282-4
Zuletzt aktualisiert am 23.09.2024
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