Medi Know
Logo Image

Untersuchungsverfahren in der Gastroenterologie

4 Minuten Lesezeit

Die Gastroenterologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen des Verdauungssystems befasst. Die Diagnosestellung und die Überwachung von gastroenterologischen Erkrankungen erfordern eine Vielzahl von Untersuchungsverfahren. Im Folgenden werden die wichtigsten Verfahren kurz vorgestellt: 

  1. Anamnese und klinische Untersuchung: Die Anamneseerhebung und die klinische Untersuchung bilden insbesondere in der Gastroenterologie die Grundlage jeder diagnostischen Arbeit. Hierbei werden Symptome, Krankheitsgeschichte und Risikofaktoren des Patienten erfasst.
  2.  Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen liefern wichtige differenzialdiagnostische Hinweise. In der Gastroenterologie werden spezifische Parameter wie Leberfunktionstests, Entzündungsmarker und Tumormarker bestimmt.
  3.  Endoskopie: Die Endoskopie ermöglicht die direkte Betrachtung des Verdauungstrakts. Zu den wichtigsten endoskopischen Verfahren gehören:
    1. Gastroskopie: Untersuchung des Magens
    2. Koloskopie: Untersuchung des Dickdarms
    3. Enteroskopie: Untersuchung des Dünndarms
  4. Endoskopische Retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP): Darstellung der Gallenwege und des Pankreasgangs
  5. Endosonografie: kombinierte Endoskopie und Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung der Wandschichten des Verdauungstrakts und umliegender Strukturen
  6. Bildgebende Verfahren: Zur Beurteilung von Struktur und Funktion des Verdauungstrakts werden verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt, darunter:
    1. Ultraschall (Sonografie): Beurteilung von Leber, Gallenblase, Pankreas und Bauchorgane
    2. Computertomografie (CT): detaillierte Darstellung des gesamten Verdauungstrakts und umgebender Strukturen
    3. Magnetresonanztomografie (MRT): ähnlich wie CT, aber ohne Röntgenstrahlen, gut geeignet für die Beurteilung von Leber, Gallenblase und Pankreas
    4. Endoskopische Bildgebung: Verwendung spezieller Kameras, um hochauflösende Bilder des Verdauungstrakts zu erstellen
  7. Funktionstests: Funktionstests werden verwendet, um die Leistungsfähigkeit des Verdauungssystems zu beurteilen. Zu den häufig durchgeführten Funktionstests gehören:
    1. Manometrie: Messung des Drucks in Speiseröhre, Magen oder Mastdarm zur Beurteilung der Muskelaktivität
    2. pH-Metrie: Messung des pH-Werts in der Speiseröhre zur Diagnose von saurem Rückfluss (Reflux)
    3. Atemtests: Erfassung von Atemgasen zur Beurteilung der Darmfunktion, z.B. Laktoseintoleranz
  8. Gewebeentnahme und Biopsie: Die Entnahme von Gewebeproben ermöglicht die histologische Untersuchung und genaue Diagnosestellung. Gewebe kann während der Endoskopie oder unter bildgebender Kontrolle entnommen werden
  9. Genetische Tests: Bei bestimmten Erkrankungen des Verdauungstrakts können genetische Tests zur Diagnosestellung oder zur Bestimmung des individuellen Risikos eingesetzt werden
UntersuchungsverfahrenAblauf und TechnikKontraindikationen und Komplikationen
Endoskopie - GastroskopieEinführen eines flexiblen Endoskops über den Mund zur Untersuchung des Magens

Kontraindikationen: schwere Blutungsneigung, Perforation des Magens.

Mögliche Komplikationen: Blutungen, Perforation

Endoskopie - KoloskopieEinführen eines flexiblen Endoskops über den Anus zur Untersuchung des Dickdarms

Kontraindikationen: schwere Blutungsneigung, Darmperforation.

Mögliche Komplikationen: Blutungen, Perforation

Endoskopie - EnteroskopieEinführen eines flexiblen Endoskops durch den Mund oder den Anus zur Untersuchung des Dünndarms

Kontraindikationen: schwere Blutungsneigung, Darmperforation.

Mögliche Komplikationen: Blutungen, Perforation

ERCP (Endoskopische Retrograde Cholangio-pankreatikographie)Einführen eines Endoskops über den Mund zur Darstellung der Gallenwege und des Pankreasganges

Kontraindikationen: akute Pankreatitis, schwere Blutungsneigung.

Mögliche Komplikationen: Bauchspeicheldrüsen-entzündung, Blutungen

EndosonografieKombination aus Endoskopie und Ultraschall zur Beurteilung der Wandschichten des Verdauungstrakts und umliegender StrukturenKontraindikationen: schwere Blutungsneigung, Perforation des Verdauungstrakts. Mögliche Komplikationen: Blutungen, Perforation
Ultraschall (Sonografie)Verwendung von Ultraschallwellen zur Bildgebung der BauchorganeKeine spezifischen Kontraindikationen. Komplikationen sind selten
CT (Computertomografie)Röntgenuntersuchung zur detaillierten Darstellung des Verdauungstrakts und umgebender StrukturenKontraindikationen: Schwangerschaft, allergische Reaktionen auf Kontrastmittel. Mögliche Komplikationen: Strahlenbelastung, allergische Reaktionen auf Kontrastmittel
MRT (Magnetresonanztomografie)Verwendung von Magnetfeldern und Radiowellen zur detaillierten Darstellung von Leber, Gallenblase, PankreasKontraindikationen: Implantate, Herzschrittmacher, Schwangerschaft im ersten Trimester. Mögliche Komplikationen: Keine spezifischen Komplikationen.
ManometrieMessung des Drucks in Speiseröhre, Magen oder MastdarmKontraindikationen: schwere Blutungsneigung, Perforation. Mögliche Komplikationen: Verletzung der Schleimhaut, Infektionen
pH-MetrieMessung des pH-Werts in der Speiseröhre zur Diagnose von saurem Rückfluss (Reflux)Kontraindikationen: schwere Blutungsneigung, Perforation. Mögliche Komplikationen: Verletzung der Schleimhaut, Infektionen
Gewebeentnahme und BiopsieEntnahme von Gewebeproben zur histologischen UntersuchungKontraindikationen: schwere Blutungsneigung. Mögliche Komplikationen: Blutungen, Perforation

 

Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD)
Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD)
Spritzende GI-Blutung in der ÖGD
Spritzende GI-Blutung in der ÖGD

 

Zuletzt aktualisiert am 15.01.2025
Interstitielle Lungenerkrankungen
Ösophagitis
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz