Die Prävention im Gesundheitswesen wird in Verhaltens- und Verhältnisprävention sowie in die Stufen der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention unterteilt. Die Verhaltensprävention zielt auf die Veränderung individuellen Gesundheitsverhaltens ab, etwa durch Aufklärung zu Ernährung, Bewegung oder Risikoverhalten. Die Verhältnisprävention setzt hingegen an den strukturellen Rahmenbedingungen an, beispielsweise durch gesetzliche Regelungen, Umweltgestaltung oder Arbeitsbedingungen.
AchtungIn der Praxis werden beide Ansätze häufig kombiniert, da Gesundheit sowohl vom Verhalten als auch von den Lebensbedingungen beeinflusst wird.
Die Theorien der Verhaltensänderung erklären, wie Gesundheitsverhalten entsteht und verändert werden kann. Zentrale Modelle sind das Health Belief Model, die Theory of Planned Behavior, die Sozial-kognitive Theorie nach Bandurasowie das Transtheoretische Modell nach Prochaska und DiClemente. Gemeinsam ist ihnen die Annahme, dass Verhalten durch kognitive Bewertungen, Motivation, soziale Einflüsse und Selbstwirksamkeit geprägt wird. Besonders bedeutsam ist, dass eine reine Absicht nicht ausreicht, sondern in konkretes Handeln überführt werden muss.
Die Präventionsebenen unterscheiden sich nach dem Zeitpunkt des Einsatzes: Die Primärprävention dient der Vermeidung von Krankheiten vor ihrem Auftreten, die Sekundärprävention der Früherkennung, und die Tertiärprävention der Vermeidung von Folgeschäden sowie der Rehabilitation bei bestehender Erkrankung. Diese Einteilung bildet eine zentrale Grundlage der modernen Public-Health- und Versorgungsforschung.
TippBesonders prüfungsrelevante Themen:
- Unterschied Verhaltens- vs. Verhältnisprävention
- Kombination beider Ansätze (kritischer Punkt!)
- Primär-, Sekundär-, Tertiärprävention
- Health Belief Model
- Theory of Planned Behavior
- Selbstwirksamkeit (Bandura)
- Transtheoretisches Modell
- Prävention als Maßnahme entlang des Krankheitskontinuums
- Rose G. Sick individuals and sick populations. International Journal of Epidemiology 1985;14(1):32–38. DOI: 10.1093/ije/14.1.32.
- Hurrelmann K, Richter M, Klotz T (Hrsg.): Prävention und Gesundheitsförderung. Beltz Juventa, aktuelle Auflage. ISBN: 978-3-7799-6025-6.
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- Prochaska JO, DiClemente CC. Stages and processes of self-change of smoking. Journal of Consulting and Clinical Psychology 1983;51(3):390–395. DOI: 10.1037/0022-006X.51.3.390.
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- Habermann-Horstmeier L, Lippke S. Grundlagen, Strategien und Ansätze der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. In: Gesundheit und Nachhaltigkeit. Springer, 2021. DOI: 10.1007/978-3-662-62426-5_6.

