Vollelektrolytlösungen sind kristalloide Infusionslösungen, deren Elektrolytzusammensetzung dem Blutplasma angenähert ist. Sie werden vor allem zur Volumensubstitution eingesetzt, beispielsweise bei Exsikkose oder hypovolämischem Schock. Durch die Infusion kommt es zu einer Anhebung des intravasalen Volumens und damit zu einer Steigerung des Herzzeitvolumens sowie zum Ausgleich von Elektrolytverlusten.
Der Wirkeintritt erfolgt sofort, die intravasale Wirkdauer ist relativ kurz (ca. 20–30 Minuten), da sich kristalloide Lösungen rasch im Extrazellulärraum verteilen und nur etwa 25 % des infundierten Volumens intravasal verbleiben.
Zu den Kontraindikationen zählen insbesondere Hypervolämie, schwere Herzinsuffizienz sowie schwere Nierenschädigung. Bei zu schneller oder zu großer Infusion besteht das Risiko einer Volumenüberladung mit peripheren Ödemen, Lungenödem oder kardialer Dekompensation. Zudem können Elektrolyt- und Stoffwechselstörungen auftreten.
- Fachinformation: Sterofundin ISO Infusionslösung, Stand: 12/2014
- S3-Leitlinie: Intravasale Volumentherapie beim Erwachsenen, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)

