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Vollelektrolytlösung

isotone kristalloide Infusionslösungen, Volumenersatzlösungen
12 Minuten Lesezeit

Vollelektrolytlösungen sind kristalloide Infusionslösungen, deren Elektrolytzusammensetzung dem Blutplasma angenähert ist. Sie werden vor allem zur Volumensubstitution eingesetzt, beispielsweise bei Exsikkose oder hypovolämischem Schock. Durch die Infusion kommt es zu einer Anhebung des intravasalen Volumens und damit zu einer Steigerung des Herzzeitvolumens sowie zum Ausgleich von Elektrolytverlusten.

Der Wirkeintritt erfolgt sofort, die intravasale Wirkdauer ist relativ kurz (ca. 20–30 Minuten), da sich kristalloide Lösungen rasch im Extrazellulärraum verteilen und nur etwa 25 % des infundierten Volumens intravasal verbleiben.

Zu den Kontraindikationen zählen insbesondere Hypervolämie, schwere Herzinsuffizienz sowie schwere Nierenschädigung. Bei zu schneller oder zu großer Infusion besteht das Risiko einer Volumenüberladung mit peripheren Ödemen, Lungenödem oder kardialer Dekompensation. Zudem können Elektrolyt- und Stoffwechselstörungen auftreten.

Lernkarte Vollelektrolytlösungen
  • Wirkstoffklasse: Kristalloide Infusionslösungen
  • Handelsnamen: Sterofundin ISO®, Ringer-Laktat B. Braun®, Jonosteril®
Etikett: Elektrolytlösung
  • Volumensubstitution, z.B. bei Exsikkose oder hypovolämischen Schock
  • Hypervolämie
  • Schwere Herzinsuffizienz
  • Schwere Nierenschädigung
  • Erwachsene: Volumensubstitution angepasst an klinischen Zustand, z.B.:
    • Septischer Schock: 30 ml/kgKG innerhalb der ersten 3 Std
    • Verbrennungen: 1000 ml in den ersten zwei Stunden (innerklinisch anhand von Parkland-Formel)
  • Kinder: Volumensubstitution angepasst an klinischen Zustand, z.B.:
    • Verbrennungen: 10 ml/kgKG
  • Je nach Einsatzort und klinischer Situation kommen unterschiedliche kristalloide Infusionslösungen zum Einsatz
  • Die Elektrolytzusammensetzung ist dem Blutplasma angenähert und daher in der Regel gut verträglich
  • Kristalloide besitzen keine kolloidosmotische Wirkung, verteilen sich rasch im Extrazellulärraum und haben daher nur einen kurzzeitigen intravasalen Volumeneffekt (lediglich ca. 25% bleiben intravasal)
  • Zu schnelle Infusion → Risiko Volumenüberladung mit Ödemen
  • Wirkeintritt: sofort
  • Wirkdauer: intravasaler Effekt ca. 20-30 min
  • Volumenersatz durch Anhebung des intravasalen Volumens → Steigerung des Herzzeitvolumens
  • Ausgleich von Elektrolytverlusten
  • Volumenüberladung:
    • Lungenödem
    • Periphere Ödeme
    • Kardiale Dekompensation
  • Elektrolyt- und Stoffwechselstörungen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Wasserhaushalt
  • Hypovolämischer Schock
  • Gastrointestinale Blutung
  • Infusion richten
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2026
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