Einleitung
Die Plazenta stellt das Bindeglied zwischen Mutter und Kind dar. Dazu ist eine direkte Verwachsung der Plazenta mit der Gebärmutterwand notwendig. Löst sich diese Verbindung während der Schwangerschaft und damit vor einer regulären Geburt
Eine vorzeitige Plazentalösung
Die Therapie wird immer individuell geplant und ist abhängig von der Ausprägung, der Symptomatik oder auch der Dauer der Schwangerschaft. Wichtig ist zum Beispiel, ob die Plazenta nur teilweise oder vollständig gelöst ist. Danach richtet sich das Risiko für das ungeborene Kind, für die Mutter und auch die Priorisierung der therapeutischen Maßnahmen.
Eine genaue Ursache für dieses Krankheitsbild kann oft nicht festgestellt werden. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die das Risiko einer vorzeitigen Plazentalösung erhöhen. Unter anderem gelten Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Nevit Dilmen, CC BY-SA 3.0, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons

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In vielen Fällen kommt es zunächst zu einem retroplazentären Hämatom, das zu einer langsamen oder auch abrupten Ablösung führen kann. Dabei kann es zur Ablösung von Blutgerinnseln mit nachfolgender Thrombose oder zu einer erhöhten Blutungsneigung durch Verbrauch von Thrombozyten
Während die Mutter einen solchen Notfall in der Regel überlebt, liegt die Sterblichkeit des Fötus zwischen 14 % und 67 %.
AchtungDer vorherrschende Blutverlust wird durch die Behandler:innen oft als zu gering eingeschätzt. Auch deshalb sollte das mögliche Vorliegen einer DIC (disseminierten intravasalen Koagulopathie) immer in Betracht gezogen werden, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen planen zu können.
Therapie
Zur besseren Einschätzung der Symptomatik und zur Erleichterung der Therapieplanung wird die vorzeitige Plazentalösung
| Grad | Symptomatik nach Grad der Ablösung |
|---|---|
| 0 | Klinisch stumm, nur geringe Ablösung |
| I | geringgradige Blutung (unabhängig von der Sichtbarkeit nach außen), allenfalls geringer abdomineller Druckschmerz, meist unauffälliger fetaler Zustand (welches eine Beeinträchtigung nicht ausschließt) |
| II | mittelgradige Blutung (unabhängig von der Sichtbarkeit nach außen), abdomineller Schmerz und erhöhter Uterustonus, pathologisches CTG, ggf. sogar IUFT (intrauteriner Fruchttod) |
| III | starke Blutung, teils mit Volumenmangelschock |
Eine Symptomatik bis Grad I wird abwartend behandelt, während spätestens ab Grad II ein aktives Vorgehen erforderlich ist.
Beides soll hier kurz skizziert werden:
Abwartendes Vorgehen:
Bei unauffälligem CTG und stabilem Kreislauf der Mutter, kann die Therapie abwartend erfolgen. Bei Veränderungen des Zustandes der Mutter oder des Fetus muss die Therapie angepasst werden.
Eine ambulante Betreuung nach Diagnosestellung wird in der Regel nicht empfohlen. Therapeutisch benötigt die Patientin, insbesondere Bettruhe und regelmäßige Kontrollen mittels Labor, CTG und Sonografie. Außerdem sollte die Patientin frühzeitig darüber aufgeklärt werden, dass je nach Untersuchungsergebnis eine Sectio
Je nach Risikoprofil und Wunsch der Patientin sollte jedoch eine vaginale Geburt
Aktives Vorgehen:

Salim Fadhley - Edit by Diliff This image can be cited as: Fadhley, Salim (2014). "Caesarean section photography". Wikiversity Journal of Medicine 1 (2). DOI: 10.15347/wjm/2014.006. ISSN 20018762., FAL, via Wikimedia Commons. Copyleft: This work of art is free; you can redistribute it and/or modify it according to terms of the Free Art License. You will find a specimen of this license on the Copyleft Attitude site as well as on other sites.
Auch hier müssen regelmäßige Kontrollen der Laborwerte, des CTG und regelmäßige Ultraschalluntersuchungen die Grundlage der Behandlung bilden. Je nach Zustand des Fetus wird dann das weitere Vorgehen geplant:
Bei einem lebenden Kind ist unabhängig von der Reife des Kindes oft ein Notfallkaiserschnitt das Mittel der Wahl. Dazu muss die Patientin kreislaufstabil und einwilligungsfähig sein.
Liegt ein IUFT (intrauteriner Fruchttod) vor, kann eine vaginale Entbindung
AchtungNeben dem Gerinnungsstatus der Mutter muss auch der Gerinnungsstatus des Neugeborenen kontrolliert werden. Auch hier kann es durch das vorangegangene Krankheitsbild zu lebensbedrohlichen Störungen kommen.
Prüfungswissen
Ursache:
- Oft nicht kausal zu belegen
- Meist initial retroplazentares Hämatom vor eigentlicher Ablösung der Plazenta
- Risikofaktoren:
- Hypertonus
- Nikotinkonsum
- Multiparität
- Hypertonus
Symptome:
- Ggf. asymptomatisch
- Bretthartes Abdomen mit spürbarer Abwehrspannung
- Unruhe, Stress
- Ggf. dunkle, vaginale Blutung
- Ggf. Wehentätigkeit
- Ggf. Kreislaufinstabilität der Mutter
- Sonografisch: retroplazentares Hämatom
- CTG: initial Tachykardie
des Fötus, im Verlauf Bradykardie , variable Dezelerationen - Ggf. reduzierte oder fehlende Kindsbewegungen
Therapie:
- Abwartend:
- Wenn kreislaufstabile Patientin und unauffälliges CTG
- Stationäre Aufnahme
- Bettruhe
- Regelmäßige Kontrolle mittels Labor, Sonographie und CTG
- Aktiv:
- Wenn Kreislaufinstabilität, auffälliges CTG oder Symptomatik ab Grad II
- Wenn lebender Fötus: Planung eines Notfallkaiserschnitts
- Wenn IUFT: Induktion einer vaginalen Geburt
durch Oxytocin möglich - Außer bei Gefährdung der Mutter, dann Notfallkaiserschnitt

