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Zunge (Lingua)

EP
7 Minuten Lesezeit
  • Funktionen
    • Unterstützt die Einspeichelung und Verteilung der Nahrung beim Kauen
    • Leitet den Schluckakt durch Vorschieben des Nahrungsbreis in Richtung Rachen ein
    • Ermöglicht die Geschmacksempfindung und Wahrnehmung mechanischer Reize
    • Spielt durch ihre Beweglichkeit eine zentrale Rolle bei der Lautbildung und Sprache
  • Aufbau
    • Die Zunge ist ein muskuläres Organ, das mit Schleimhaut überzogen ist
    • Man unterscheidet die Zungenoberseite (Dorsum linguae) und die Zungenunterseite (Facies inferior linguae) mit dem Zungenbändchen (Frenulum linguae)
    • Die Oberseite gliedert sich von vorne nach hinten in:
      • Zungenspitze (Apex linguae)
      • Zungenkörper (Corpus linguae)
      • Zungengrund (Radix linguae)
    • Der Sulcus terminalis linguae trennt die vorderen zwei Drittel der Zunge von der Zungenwurzel und ist V-förmig
    • An der Spitze des „V“ liegt das Foramen caecumwelches einen Überrest des embryologischen Ductus thyreoglossus darstellt → An dieser Stelle entsteht während der Embryonalentwicklung die Anlage der Schilddrüse, die von dort aus in Richtung Hals hinunterwandert
    • Der Sulcus medianus linguae verläuft in Längsrichtung über den Zungenrücken und trennt ihn in zwei Hälften
    • Die Zungenmandel (Tonsilla lingualis) besteht aus lymphatischem Gewebe und liegt im Bereich der Radix linguae

Zunge (Ansicht von kranial):

Zunge (Ansicht von kranial)

 

  • Die Muskulatur der Zunge wird unterteilt in äußere und innere Zungenmuskeln
  • Die äußere Muskulatur entspringt an Knochenstrukturen außerhalb der Zunge
  • Die innere Muskulatur verläuft vollständig innerhalb der Zunge
  • Alle Zungenmuskeln werden motorisch vom N. hypoglossus (XII. Hirnnerv) innerviert
  • Hauptfunktion ist die Lageveränderung und Formanpassung der Zunge
Äußere ZungenmuskelnUrsprungAnsatzFunktion
M. genioglossusSpina mentalis der 
Mandibula
ZungenkörperBewegung nach vorne unten
M. hyoglossus

Corpus des Os hyoideum und

Cornu majus

Seitlicher Unterrand der ZungeBewegung nach hinten unten
M. styloglossusProcessus styloideusZieht dorsal in den ZungenkörperBewegung nach hinten oben (kranial-dorsal)

Äußere Zungenmuskeln (Ansicht von rechts):

Äußere Zungenmuskeln (Ansicht von rechts)
Innere ZungenmuskelnUrsprungAnsatzFunktion
M. longitudinalis superior et inferiorZungenspitzeZungenbeinVerkürzen die Zunge
M. transversus linguaeVerläuft quer zur Längsachse und entspringt am Septum linguaeVerschmälert die Zunge
M. verticalis linguaeFasern verlaufen senkrecht von der Unterfläche zur AponeuroseAbflachung der Zunge in kraniokaudaler Richtung
PapilleAnzahlKnospen pro PapilleLokalisation und Funktion
Pilzpapillen 
(Papillae fungiformes)
200-4001-10Vordere zwei Drittel der Zunge, Geschmackssinn sowie Tast- und Temperatursinn
Blattpapillen 
(Papillae foliatae)
15-2050Hinterer seitlicher Rand der Zunge, Geschmackssinn
Wallpapillen 
(Papillae vallatae)
7-12100Hinteres Drittel des Zungenrückens vor dem Sulcus terminalis, Geschmackssinn, Spülung der Geschmacksknospen durch von-Ebner-Drüsen
Fadenpapillen
 (Papillae filiformes)
Sie vermitteln das Tastempfinden und sind rein mechanische Papillen (keine Geschmacksknospen), die über den gesamten Zungenrücken verteilt vorkommen
Zungenpapillen (Papillae linguales)
  • Die arterielle Versorgung der Zunge erfolgt hauptsächlich über die A. lingualis, einen Ast der A. carotis externa
    • Ihr Endast ist die A. profunda linguae
  • Der venöse Abfluss erfolgt über die V. lingualis, die in die V. jugularis interna mündet

Leitungsbahnen der Zunge (Ansicht von rechts):

Leitungsbahnen der Zunge (Ansicht von rechts)
  • Die vorderen zwei Drittel der Zunge werden sensibel vom N. lingualis innerviert
    • Der N. lingualis ist ein Ast des N. mandibularis (V3), einen Teil des N. trigeminus (V)
  • Das hintere Drittel erhält seine sensible Versorgung durch den N. glossopharyngeus (IX)
  • Der Bereich hinter dem Sulcus terminalis wird sensibel vom N. vagus (X) versorgt
  • Die Geschmacksempfindung in den vorderen zwei Dritteln erfolgt über die Chorda tympani, einem Ast des N. facialis (VII)
  • Das hintere Drittel der Zunge wird geschmacklich ebenfalls vom N. glossopharyngeus (IX) versorgt
  • Der Zungengrund dorsal des Sulcus terminalis erhält seine sensorische Innervation vom N. vagus (X)

Innervation der Zunge (Ansicht von der Zungenoberseite):

Innervation der Zunge (Ansicht von der Zungenoberseite)
Zuletzt aktualisiert am 25.06.2026
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